Die Tiernotruf-Notfallnummer wird vorübergehend auf Eis gelegt. Das heißt weder, dass wir chillen, noch dass überhaupt keine Einsätze mehr stattfinden.

Ich habe bereits einige sehr aufwendige Einsätze zugesagt, die mehrere Tage in Anspruch nehmen und/oder die auch sehr weit entfernt sind. Diese Einsätze werden natürlich durchgeführt. Sollten weitere besonders schwierige Einsätze an mich herangetragen werden, entscheide ich im Einzelfall, ob ich diese bewältigen kann. Allerdings werde ich in der nächsten Zeit nicht mehr von Einsatz zu Einsatz eilen können. In Notfällen wendet Euch bitte an Eure örtlichen Tierheime oder sucht Hilfe in entsprechenden Facebookgruppen, wie z.B. „Wildvogelhilfe-Notfälle„, „Tauben-Notfallmeldung“ oder „Wildtier-Notfälle„.

Seit Beginn des Jahres haben wir unser neues gebrauchtes Einsatzfahrzeug. Mittlerweile verfügt dieses über Standklima, Standheizung, Lüftung, 230 Volt-Anlage sowie einen doppelten Boden, und schon bis dahin war es ein langer und teils beschwerlicher Weg. Der Ausbau ist aber noch lange nicht fertig und den schaffe ich nicht, wenn das Telefon 60 bis 100 x am Tag klingelt und ich von einem zum anderen Einsatz hetze.

Unser aktuelles Lager haben wir im Oktober 2021 bezogen. Bis heute gibt es kein Licht und kein Strom in der Werkstatt, der Aufenthaltsraum ist noch nicht eingerichtet, es gibt weder eine Sitzgelegenheit noch die Möglichkeit mal einen Kaffee zu kochen. Daher muss auch das Lager endlich fertig gemacht werden.
Eine Menge Gerätschaften und Eigenkonstruktionen werden regelmäßig eingesetzt, haben aber nie das Stadium des Prototyps verlassen. Bei jedem Einsatz muss ich erneut improvisieren, was Zeit und Nerven kostet. Aktuell warten etwa 30 große und kleine Projekte darauf, endlich fertig gestellt zu werden.

Ich kann mit diesen Provisorien einfach nicht mehr weiter arbeiten. Die ganze Situation stresst mich so dermaßen und jeden Tag aufs neue. Ich gebe niemandem die Schuld daran, höchstens mir selbst. Bestimmt gibt es Leute, die all das neben dem ganzen Einsatzstress auch noch gewuppt hätten. Ich jedoch war nicht dazu in der Lage und jetzt ist einfach der Zeitpunkt erreicht, wo ich mich drum kümmern muss. Vielleicht dauert es vier Wochen, vielleicht sechs. Ich weiß es nicht.

Wie gesagt, zu besonders schwierigen Einsätzen werde ich je nach zeitlicher Verfügbarkeit weiterhin ausrücken. Das kann z.B. ein Vogel in einem Gebäude, eine Katze auf einem Baum oder eine Taube in einem Schacht sein. Es sollten nur alle anderen Optionen zuvor ausgeschöpft worden sein. Und wenn dann niemand mehr weiter weiß, schreibt mir eine Mail an info@tiernotruf.de.

Es wird weiterhin das eine oder andere Einsatzvideo gepostet. Dabei hilft mir schon seit längerer Zeit die liebe Christiane. 1000 Dank dafür.

Die ganze Sache macht mich ziemlich fertig. Ich hoffe Ihr könnt meine Beweggründe verstehen.

Euer Stefan